Montag

Ein Déjà-Vue der hässlichen Art. Morgens um 8:30 Uhr ruft mich mein Vater an, das Telefonat (aka der Monolog) dauert exakt 3 Minuten: „Ich bin sehr böse und enttäuscht mit meinen Kindern. Ich stehe absolut für Stabilität und Verbindung und du und dein Bruder hattet genügend Zeit dafür zu sorgen. Ihr bekommt das nicht hin, eine saubere vertragliche Verbindung zu etablieren. Ich werde daher die Zahlungen an dich bis Ende Jahr einstellen und ich werde euch beide enterben, wenn ihr nicht für saubere Verhältnisse sorgt. Das mache ich nicht mehr mit.“ Und legt ohne ein weiteres Wort auf.

Was der Tag danach bringt, ist irrelevant. Ich spüre nichts anderes als absolute Enttäuschung, emotionale Kälte, Wut und ganz viel Leere. Viele viele Tränen, ich kann kaum klar denken und fühle mein Selbstwertgefühl auf dem absoluten Tiefpunkt. Die Eltern-Kind-Verbindung ist zerschnitten. Diese Situationen hatte ich nun zu oft in den letzten 5 Jahren mit ihm. Er putzt Robert und mich runter, damit er sich besser fühlt und seine Macht und Kontrolle ausgeübt hat. Dass er dabei eine emotionale Verwüstung hinterlässt (bei mir jedenfalls), ist ihm völlig egal. Nur weil die vermeintlich „gute Tochter“ nicht so macht, wie er gedenkt.

Abends schreibe ich Robert eine Email, dass ich das erhaltene Geld zurücküberweisen möchte.

Zwischendurch versuche ich Julian nicht zu erschrecken, weil ich so oft weine.

Dienstag

Robert ruft mich an und am Nachmittag telefonieren wir lange zusammen. Er hat Bücher über Narzissten gelesen und wie man mit ihnen umgeht. Ihm ist es inwzsichen egal, was er sagt oder tut. Robert wird Stresa noch fertig abwickeln und dann ist er raus aus der Angelegenheit. Er hat auch kein Interesse dort zu übernachten.

Robert schlägt vor, dass ich das Geld nicht zurückzahle. Es wäre Vater ja sowieso egal und er ist wie ein grosses schwarzes Loch, dem unsere Gefühle und Gedanken völlig egal sind.

Robert hat seine Aggressivität, Beleidungen und schonungslose emotionale Kälte schon oft zu spüren bekommen. Er versucht diese Negativität von ihm un Katrin fernzuhalten und es in seinem Leben und seinem Kind anders zu machen. Fazit: keinerlei Bindung, keinerlei Interesse an uns als Mensch, was uns berührt und nährt. Es ist ihm alles egal, aber wehe wir sagen nicht „Danke“ oder machen nicht, wie er will oder erwartet (unausgesprochen natürlich).

Avatar von Susanne Fritz

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